Katharina Oberlik | Mein Körper ist ein Aufstand, was guckst du mich an
Zeitgenössisches Theater & Performance
Katharina Oberlik
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Mein Körper ist ein Aufstand, was guckst du mich an

Hier erfahrt ihr alles über das neue Stück.


 

 

Über das Gefühl zusammen auf der Welt zu sein. UND
Über das Gefühl zusammen im Theater gewesen zu sein.

Nach der nun zweiten Show von ‚Mein Körper ist ein Aufstand – Was guckst du mich an?’ möchte ich über ein Gefühl schreiben.Das Gefühl, wenn alle vorkommen.
Das Gefühl, wenn die Leute im Publikum sich erkennen.

In dem Stück sprechen wir über Aufstände.

Den Aufstand der beiden afroamerikanischen Läufer Tommy Smith und John Carlos als sie den Moment ihrer Siegerehrung dafür nutzen, die Geste der Black-Power-Bewegung zu machen.
Den Aufstand einer Vierjährigen, die sich in ihrem Zimmer verbarrikadiert, um ihren Willen durchzukriegen.Den Aufstand, der gerade durch die Theaterwelt geht, weil endlich benannt wird, dass Frauen sich die Welt nicht mehr von Männern erklären lassen wollen.
‚Wir Frauen gebären die Welt, wieso sollen wir sie uns von so einem Typen erklären lassen?’
Zu hören, wofür junge Leute aufstehen würden.

Im Ensemble sind junge Menschen mit Herkunft im Iran, Afghanistan, Deutschland,  Frankreich….. Im Publikum ebenso und noch viel mehr.

Das Gefühl nach der Show mit so einem globalen Publikum zusammen zu sein, und alle kamen vor ist schön. Sehr schön. Außergewöhnlich schön sogar.  Deshalb liebe ich die Arbeiten von hajusom, von theater: Playstation. Ich komm nicht umsonst von She She Pop. Frauen mussten als erste um ihre Menschenrechte kämpfen. Aber in Deutschland gibt es noch ganz andere Baustellen: Heute kam mir eine Ahnung. Wir sind die Welt. Und wenn wir alle vorkommen im Theater – vor der Bühne und auf der Bühne und in den Texten. Und in den Bildern:  Dann ist das unsere Welt.
Und dann kann auch das Gefühl von gemeinsamer Verantwortung überhaupt erst entstehen.

Zitate aus dem Publikum: ‚…endlich mal Theater, das Sinn macht’

‚ Wir sind so oft in Trennung – die Muslime, die Männer, die Frauen, die Schwarzen, die Weißen –warum denken wir so viel in Trennung?’

Wir haben dieselben Grundbedürfnisse.
Wir wollen alle frei sein. Free Manko !Es lohnt sich dafür zu kämpfen, aufzustehen und aufzuhalten, was du nicht aushalten willst.

Danke jetzt schon an das Fundus-Theater als Gastgeber und an alle Beteiligten für diese aufrichtige und mutige Arbeit. Danke an Faissal Ahmadzay, Alexander Nham, Hadis Amiri Nejad, an Maurice Brey aus dem Ensemble von Inner Rise. Und danke  an Lena Lux und Anja Winterhalter. Und an Gaetaene Douin, die die ganze Produktion zusammengehalten hat  Was für ein schönes Ensemble.

Vielleicht mein letztes Theaterstück – ich hab seit 2 Jahren keine Förderung mehr von der Stadt Hamburg bekommen und diese Inszenierung kam zu mir als unerwartetes Geschenk.
Und dennoch oder gerade drum nochmal ein Hoch auf das Theater als Kunstform. Was es ausmacht, in einem Raum von Menschen anzusprechen, was uns alle angeht, beschäftigt und berührt. Und für das wir Alle aufstehen wollten – wenn wir nur wüssten wie. Was für ein schönes Gefühl, den Katastrophen der Menschheit ins Angesicht zu blicken und gemeinsam darüber  zu weinen.

Very erschöpft und very happy – because: Du bist nie zu klein, um einen Unterschied zu machen.

Hier ist der link zur Premierenaufzeichnung: Mein Körper ist ein Aufstand, was guckst du mich an

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