
Ausgehend von der enormen Kraft, die meine Rede ‚Frauen über 50‘ in dem Stück NUDE entwickelt hat, werde ich Formen explizit weiblichen Sprechens untersuchen und diese mit der Rede als Kunstform in eine performative Praxis übersetzen.
Es gab in einer meiner Aufführungen von NUDE einen Moment, in dem das Publikum mir in meiner Rede spontan im Chor geantwortet hat. So etwas habe ich bisher in keiner Aufführung oder Performance oder auch anderen Situation je erlebt.
In diesem Moment ist ein Funken übergesprungen von der Bühne – von der aus gesprochen wurde zu den Zuschauern, die als gesamte Gruppe so verbunden waren, dass sie bereit waren mit der Sprecherin zusammen eine Revolution anzuzetteln.
Was braucht es, um in Menschen so ein Gefühl von Gemeinschaft und Handlungsfähigkeit auszulösen? Wie entstehen Gefühle in einer Gruppe? Wie kann eine Rede Energien bündeln, sodass die Hörenden in Bewegung geraten?
Was kann und muss von Frauen jetzt gesagt werden ?
Was möchte durch uns sprechen ?
WARUM
Ich trete hier mit der Behauptung auf, dass weibliches Sprechen (und Denken) anders funktioniert, als das Männliche. Dass wir neue weibliche Reden brauchen und einen neuen Platz dafür. Diesen Platz möchte ich erkunden. Vorbereiten. Einnehmen. Und andere Frauen dazu einladen.
Zu Sprechen als Frau und als Künstlerin. Als Tochter. Als Schwester. Als Mutter. Als Großmutter. Als Erde.
Als Kind. Als Affe. Als Blume. Wer und was möchte durch mich sprechen? Für wen kann ich sprechen? Welche Reden fehlen?
Ich möchte mich zur Verfügung stellen, denn ich gehe davon aus, dass es Reden gibt, die nicht hinlänglich bekannt sind, oder die aus verschiedensten Gründen nicht gehalten werden.
Diese Recherche nimmt sich vor, diese. Formen von Reden aufzuspüren und in die Realität zu bringen.
Zugleich möchte ich die Form der Reden die ich kenne in Frage stellen. Ich möchte erweitern, erneuern, hinzufügen und weglassen. Ich möchte vom Sprechen zum Singen, zum Schreien. Zum Tanz.
Ich möchte im Dialog und im Gespräch und im Monolog.
Ich möchte testen gehen. Und ich möchte Feedback bekommen.
Ich möchte die Kunst der Rede erneuern.
Weibliche Reden gesucht !
Für die künstlerische Recheche 1000 SPEECHES.FEMALE sucht die Hamburger Regisseurin Katharina Oberlik Frauen, Flinta, weibliche Wunderwesen, denen schon lange eine Rede auf den Lippen liegt, oder die Lust haben, sich mit den Reden, die in der Welt gerade fehlen künstlerisch und performativ auseinander zu setzen.
Welche Reden braucht die Welt, die nur aus weiblicher Perspektive gehalten werden können?
Für wen wollen wir sprechen? Als wer sprechen wir? Und wo?
Wo sind die Reden, für die altgedienten Gebäude, die sang und klanglos verschwinden ? Wo sind die Reden, für den Übergang in eine neue Altersstufe unserer Kinder? An wen wollen wir uns richten ?
ODER – WÜNSCHT DU DIR ODER BRAUCHST DU EINE REDE FÜR EINEN BESTIMMTEN ANLASS UND WÜNSCHT DIR JEMANDEN, DIE KOMMT UND DIESE REDE FÜR DICH SCHREIBT UND HÄLT ?
Auch das ist möchte ich gerne tun!
Im Vorfeld der altonale werde ich mehrere Workshops mit dem Focus auf weibliche Reden anbieten und suche weibliche Menschen, die Lust haben, solche Reden zu entwickeln, zu testen und möglicherweise im Rahmen von ALTONA MACHT AUF macht zu halten.
bitte meldet Euch unter: katharinaoberlik@gmx.de

Und hier nochmal die Rahmenbedingungen:
Die Workshops sind kostenlos:
Es reicht, Interesse am Thema ‚weibliche Reden ‚ zu haben.
frau muss nicht an allen Terminen können. Aber an ein bis zweien.
frau muss auch nicht auftreten. Es reicht, dass sie forschen oder schreiben möchte. Der Auftritt ist absolut optional
Wenn Du Interesse hast und an mindestens einem der vier Termine kannst, melde Dich gerne per mail bei mir.
Workshops und Recherche-Termine
1.000 SPEECHES. FEMALE
Samstag 9. Mai nachmittags (nach Absprache)
Samstag 30. Mai zwischen 11 – 18 Uhr (nach Absprache)
Samstag 31. Mai zwischen 12 – 18 Uhr (nach Absprache)
Samstag 13. Juni zwischen 11 – 19 Uhr (nach Absprache)
Die Termine finden in meinem Atelier in der Fux-Kaserne statt.
Bei schönem Wetter vielleicht auch draussen im Park von Haus 3.
Geförderdert durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg 2026